Kompetenzzentrum zur Behandlung und Erforschung von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter (KOALA)

Essstörungen wie Magersucht, Ess-Brechsucht und das Auftreten von Essanfällen sind häufige Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Aufgrund der mit Essstörungen, insbesondere der Magersucht einhergehenden, schwerwiegenden körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen ist eine schnelle, frühzeitige  Behandlung dringend notwendig, insbesondere um den Langzeitverlauf positiv zu beeinflussen und eine Chronifizierung der Erkrankung zu vermeiden. Entsprechend den S3 Leitlinien zur Behandlung von Essstörungen sollten dazu fundierte Diagnostik und essstörungsspezifische Interventionen durchgeführt werden.

Professor Dr. Dr. Martin Holtmann und Professorin Dr. Tanja Legenbauer leiten das Kompetenzzentrum zur Behandlung und Erforschung von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter (KOALA).

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde das Kompetenzzentrum zur Behandlung und Erforschung von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter (KOALA) unter Leitung von Prof. Dr. Tanja Legenbauer und Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann ins Leben gerufen. Hier sollen Eltern und betroffene Kinder und Jugendliche möglichst zeitnahe Beratung in Form von Diagnosestellung, Informationen zu Zugangswegen zu ambulanter psychotherapeutischer Behandlung sowie therapeutische Angebote erhalten. Ist eine stationäre Behandlung notwendig, kann dies zudem auf einer essstörungsspezifischen, psychotherapeutischen Station in unserem Hause erfolgen. Als Universitätsklinikum liegt uns zudem die Entwicklung und Erprobung von innovativen Therapien und ein verbessertes Verständnis für Ursachen am Herzen. KOALA ermöglicht damit einen schnellen Zugang für interessierte Patienten und Eltern zu neuen Entwicklungen in der Behandlung.

 

Im Folgenden finden Sie Informationen zu den ambulanten, stationären Behandlungsangeboten und unseren Forschungsprojekten.

Das ambulante Angebot

Zur Klärung diagnostischer Fragen und Beratung zu Behandlungsoptionen bieten wir eine Essstörungsssprechstunde an. Interessierte können sich über das Sekretariat der Ambulanz für Termine anmelden. Nach einer ersten Klärung können unterstützende Gespräche bis zum Beginn einer Psychotherapie durchgeführt werden.

Für interessierte Eltern gibt es zudem die Möglichkeit, an unserer Psychoedukationsgruppe für Angehörige teilzunehmen. Diese findet in zwei bis drei Durchläufen pro Jahr statt.

 

Anmeldung zur ambulanten Essstörungssprechstunde

LWL-Universitätsklinik Hamm

Ambulanzsekretariat

Katrin Steinberg

Telefon: 02381-893 3000

E-Mail: KOALA@lwl.org


Wir beraten Sie gerne!

Das stationäre Behandlungskonzept

Auf unserer Essstörungs-Jugendstation behandeln wir Kinder und Jugendliche mit Anorexie, Bulimie und Binge Eating in einem verhaltenstherapeutisch orientierten Setting. Im Vordergrund steht, dass die Kinder und Jugendlichen wieder ein normales, ausgewogenes Essverhalten entwickeln und insbesondere bei der Anorexie ein gesundes, altersentsprechendes Gewicht erreichen. Sie werden dabei unterstützt, sich ihre Mahlzeiten zusammenzustellen und Ängste in Bezug auf Essen, Figur und Gewicht abzubauen.

 

Familien einbeziehen

Auch die Familien werden in die Behandlung einbezogen durch Elternhospitationen, Familiengespräche, Belastungserprobungen am Wochenende und Psychoedukationsgruppen für Angehörige.

 

Negatives Körperbild verändern

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung des negativen Körperbildes, welches oft mit auslösend und aufrechterhaltend für die Essstörung ist. Im Rahmen von Bewegungsangeboten in der Psychomotorik als auch einer psychotherapeutischen Körperbildgruppe sollen die Körperwahrnehmung und das Körpergefühl verbessert werden. Ziel ist es, einen positiven Umgang mit dem eigenen Körper zu erreichen.

 

Bei Interesse können sich Eltern und Jugendliche über unsere Aufnahmeassistenz zu einem Vorgespräch anmelden und auf die Warteliste für eine Behandlung setzen lassen.

 

Anmeldung zur stationären Behandlung

LWL-Universitätsklinik Hamm

Eva Grashoff

Bereichsassistentin

Telefon: 02381-893 1164

E-Mail: KOALA@lwl.org

Unser Forschungsschwerpunkt Essstörungen

Wir sind als Universitätsklinik Teil des Anorexieregisters e.V. und führen Forschungsarbeiten zum Körperbild und zu neuen psychotherapeutischen Elementen in der Behandlung von Essstörungen durch. Unser Ziel ist es, zugrundeliegende und aufrechterhaltende Prozesse zu verstehen und vielversprechende Neuerungen aus der Forschung frühzeitig in den Versorgungsalltag zu überführen. Dazu bieten wir im Rahmen von Studien Zugang zu neuen Behandlungsformen an. Aktuell wird im ambulanten Setting eine app-basierte Behandlung bei Anorexie angeboten.

 

Im Rahmen der SELTIAN-Studie können zur Überbrückung von Wartezeiten auf eine ambulante Psychotherapie oder auch einen stationären Behandlungsplatz unterstützende Gespräche stattfinden. Zusätzlich werden Essprotokolle in einem app-basierten Format geführt und so Zusammenhänge zwischen Essverhalten und seelischem Befinden hergestellt. Dies soll helfen, zunächst die Gewichtsabnahme zu stoppen und eine psychotherapeutische Behandlung vorzubereiten.

 

Informationen und Anmeldung zur SELTIAN-Studie

LWL-Universitätsklinik Hamm

Dr. Laura Mokros
Telefon: 02381 893-8086
E-Mail: Laura_Dr.Mokros@lwl.org