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Aktuelles

Hier berichten wir regelmäßig von besonderen Aktionen und Veranstaltungen auf der suchtmedizinischen Station und stellen auch die Kolleginnen und Kollegen vor.

Corona-Impfung während der Rehabilitation

Eine Coronavirus-Impfung schützt die eigene Person und andere Menschen im Umfeld. Während einer stationären Rehabilitationsbehandlung befinden sich unsere Patientinnen und Patienten gemeinsam über einen längeren Zeitraum auf einer Station. Um einen Beitrag zur Reduzierung der eigenen Ansteckungsfähigkeit und möglichen Weitergabe des Corona-Virus zu leisten, entschieden sich drei Patient:innen, das Impfbus-Angebot der Stadt Hamm zu nutzen. Sie wurden dazu von dem therapeutischen Leiter Dogan Kaya-Heinlein begleitet. "Wir sind alle verantwortlich die anhaltende Pandemie können wir nur gemeinsam durchstehen",  so der Psychologische Psychotherapeut. "Wir unterstützen die Entscheidung unserer Patient:innen, für die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer sich impfen zu lassen. Wir sind stolz auf Euch!."

Gefangen im Netz

Kinder und Jugendliche müssen die Kompetenz mit digitalen Medien lernen

Eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass die Zahl an Kindern und Jugendlichen, die übermäßig viel Zeit mit Videospielen und in sozialen Netzwerken verbringen, während der Corona-Pandemie deutlich gestiegen ist. Dr. Moritz Noack leitet das Therapieangebot "Cooldown" für medienbezogene Störungen am Universitätsklinikum Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Im Interview erklärt der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie, wann die Mediennutzung problematisch wird und gibt Tipps, wie Eltern einen gesunden Umgang mit Medien unterstützen können.

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Lesung: Der Lauf zurück ins Leben

Lesung mit Hermann Wenning


Hermann Wenning ist seit 16 ½ Jahren drogenfrei – kein Alkohol, kein Nikotin, keine illegalen Drogen mehr. Über seinen langen Weg zurück zur Normalität berichtete der Autor während einer Lesung in unserer Klinik vor Patientinnen und Patienten der Suchtstation B1. In seinen Büchern (Lauf zurück ins Leben, Einbruch, Versoffene Jugend) schildert er seinen Weg in die Sucht, die schon ganz früh in seiner Jugend auf dem Dorf begann. Bereits als 13-Jähriger trank er zum ersten Mal Alkohol in großen Mengen mit anschließender Alkoholvergiftung. Die Alkoholmengen wurden immer größer, der Rausch stärker - als 18-Jähriger war er alkoholabhängig.


Alkohol immer griffbereit

„Als aktiver Fußballspieler gehörte die Kiste Bier immer dazu, um zu feiern oder - im Fall einer Niederlage – um zu vergessen“, erzählt Hermann Wennig.  Die Schule hat er geschwänzt und schließlich abgebrochen. Zum Prüfungstermin seiner Ausbildung als Landwirt erschien er mit einer starken Alkoholfahne. Seine Prüfungsangst wollte er mit einer halben Flasche Korn unterdrücken. Mit 31 Jahren folgten Ecstasy und Heroin – ohne Job war es zunehmend schwierig seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Es folgten Beschaffungskriminalität, Diebstahl und Einbruch – damit rutschte er immer tiefer in die Drogenkriminalität.


Flucht aus der Sucht

Nach mehrfacher Haft folgte die Erkenntnis: Du musst dein Leben ändern! Dabei half es ihm, an seine sportlichen Erfahrungen als Kind und Jugendlicher anzuknüpfen. Mit einem regelmäßigen Training gelang ihm die Flucht aus seiner Sucht – das Laufen rette ihm sein Leben. Heute arbeitet er als Präventionstrainer an Schulen, in Kliniken und Gefängnissen und spricht mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen über seine Erfahrungen.
 

Hilfe bei Cybermobbing

Dr. Noack im Radio-Interview mit WDR 5 - Das Medienmagazin

Kinder und Jugendliche verbringen - auch insbesondere im derzeitigen Lockdown - sehr viel Zeit mit ihrem Smartpohne und in sozialen Medien. Es passiert schnell, dass difamierende Fotos und Inhalte kopiert, "gelikt" und geteilt werden, die Grenze zum Cybermobbing ist fließend und wird schnell überschritten. Unter dem Namen Cooldown bieten wir ein stationäres Therapieangebot für Betroffene von Cybermobbing. Welche Symptome auftreten, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können und wie Cooldown Betroffenen helfen kann, erklärt Oberarzt Dr. Noack im Radio-Interview mit WDR 5.

Die komplette Sendung zum Thema Cybermobbing hören Sie hier.

Nadja Olah über ihre Arbeit in der Suchtambulanz

„Man muss verstehen, was in der Welt der Jugendlichen los ist“ - Nadja Olah über ihre Arbeit in der Suchtambulanz 


Nadja Olah arbeitet als Sozialarbeiterin in unserer Suchtambulanz und im Kliniksozialdienst. Im Interview berichtet sie über ihre Arbeitsbereiche, die größten Herausforderungen und die schönsten Momente im Berufsalltag.

Frau Olah, Sie arbeiten im Kliniksozialdienst und in der Suchtambulanz. Welche Aufgaben übernehmen Sie in diesen Bereichen?

Der Kliniksozialdienst wird immer hinzugezogen, wenn die Patientinnen und Patienten nach der Entlassung eine Perspektive benötigen. Gemeinsam mit dem Multidisziplinären Team schaue ich, wie der Hilfebedarf ist. Dann stelle ich unter anderem Kontakt zu möglichen Angeboten oder Einrichtungen her und unterstütze die Kinder und Jugendlichen aktiv dabei, das für sie Passende zu finden.

Und in der Suchtambulanz?

Die Suchtambulanz ist die erste Anlaufstelle für Jugendliche mit einer Suchterkrankung, aber auch für Drogenberatungsstellen, Angehörige, Psychiater/Psychotherapeuten und Jugendhilfeeinrichtungen. Ich bin mitverantwortlich für die Belegung der qualifizierten Entzugsbehandlung der Station A10. Der Aufgabenbereich ist dabei sehr vielfältig. Zum Beispiel bin ich zuständig für die telefonische Erstanmeldung, die Vereinbarung für das Erstgespräch und die weitere Beratung bezüglich möglicher Alternativen, falls keine Behandlungsindikation besteht. Ich stehe in ständigem Austausch mit den Jugendlichen, Angehörigen und anderen Institutionen sowie Hilfeeinrichtungen.

Mit welchen Problemen wenden sich Patientinnen und Patientinnen an die Suchtambulanz?

Zu uns kommen Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Drogenproblematik. Oftmals handelt es sich um eine Mehrfachabhängigkeit – das bedeutet, die Patientinnen und Patienten sind süchtig nach mehreren Substanzen. Meist besteht außer Suchtproblematik eine Begleiterkrankung. Das heißt, eine psychische Belastung oder psychiatrische Problematik wie zum Beispiel eine Depression oder ADHS oder Schizophrenie erhöht das Risiko Substanzen als Selbstmedikation zu missbrauchen.

Was ist bei der Arbeit mit diesen Patientinnen und Patienten besonders wichtig?

Es ist wichtig, Verständnis aufzubringen und zu verstehen, was in der Welt der Jugendlichen los ist. Das ist gar nicht immer so einfach. Vielen Jugendlichen fällt es schwer, sich zu öffnen und Hilfe anzunehmen. Hier in der Klinik stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tag und Nacht für Gespräche parat, daran müssen sich die meisten Patientinnen und Patienten erst einmal gewöhnen. Sie müssen lernen, diese Hilfe anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass sie sich auf die Ansprechpartner in der Klinik verlassen können. Außerdem ist auch das Aufzeigen einer Perspektive immer von großer Bedeutung. Meist reicht der dreiwöchige Entzug nicht aus, um auf Dauer clean zu bleiben, auch danach ist Hilfe notwendig.

Was ist die größte Herausforderung an dem Job?

Ruhe zu bewahren. Vor allem Eltern haben oftmals Angst und brauchen Beratung in verschiedensten, meist sehr schwierigen Situationen. Wenn sie dann fragen „Was kann ich tun, Frau Olah?“, muss ich gelassen bleiben, beraten und schauen, wie ich in dem Moment effektiv und schnellstmöglich helfen kann. Sich dabei nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, ist gar nicht immer so einfach, denn natürlich verstehe ich die Ängste und Sorgen.

 

Und was macht besondere Freude?

Der Job ist sehr vielfältig. Jeder Tag ist anders. Ich komme mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt und habe dadurch Teil an den verschiedensten Lebensgeschichten, die mich oftmals sehr berühren. Das macht die Arbeit sehr spannend, da ich immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert werde. Wenn ich Jugendlichen und Eltern Möglichkeiten sowie Handlungsspielräume aufzeigen kann, sie motivieren und unterstützen kann und sie somit ein Stück weit entlaste, ist das natürlich ein gutes Gefühl.